Familien mit Kindern
Die Kinder wachsen mit vielen vertrauten Menschen auf, die Eltern haben Nachbarn, die einspringen.
Konzept · Version 1.0 · Oktober 2026
Vielen Familien fehlt dieses Dorf heute. Wir sind eine Gemeinschaft aus Familien und wollen eines aufbauen, mitten in Innsbruck.
Früher
Das Dorf war einfach da: Die Großeltern wohnten ein paar Häuser weiter, bei einem kranken Kind sprang die Tante ein, man kannte sich.
Heute
Ausbildung, Arbeit und neue Möglichkeiten haben viele von uns weit herumgebracht. Unsere Familien gründen wir fern von Eltern, Großeltern und Verwandten, und das Dorf geht nach und nach verloren.
Auch im Alter
Auch ältere Menschen brauchen ein Dorf: jemanden, der nachfragt, beim Einkauf hilft oder auf einen Kaffee vorbeikommt. Wer mit über 60 allein lebt, bewohnt im Schnitt 87 m².1 Oft ist das zu viel Platz und zu wenig Gesellschaft.
Das Stadtdorf Innsbruck soll so ein Dorf werden: ein Ort, an dem das Miteinander im Mittelpunkt steht und Familien, Kinder und ältere Menschen einander unterstützen.
Hinter dem Stadtdorf Innsbruck stehen Familien, Fachleute aus dem Bauwesen und Menschen, die die Idee teilen. Vertreten werden sie durch die Familien Sinnegger und Obereder.
Projektleitung
Wir arbeiten hier, unter anderem am Brenner Basistunnel, und wollen uns langfristig in Innsbruck einbringen. Über ein Dutzend Familien aus unserem Umfeld sind in den letzten Jahren in andere Bundesländer gezogen. So verliert Innsbruck nach und nach fähige Leute am Arbeitsmarkt und Menschen, die das Stadtleben positiv prägen wollten.
Drei von uns sind Bauingenieur:innen. Als Projektleitung halten wir das Vorhaben überschaubar und umsetzbar.
Die Kinder wachsen mit vielen vertrauten Menschen auf, die Eltern haben Nachbarn, die einspringen.
Wenn es eng wird, holt jemand das Kind ab oder ist da, wenn es krank ist. Beruf und Kind gehen so leichter zusammen.
Betreutes Wohnen mitten im Leben: barrierefrei, Betreuung bei Bedarf und Kinder nebenan, für die man Zeit hat.
Ein bis zwei barrierefreie Wohnungen, damit alle einen Platz finden.
So entsteht eine kinderfreundliche Nachbarschaft, die Kinderbetreuung und Pflege im Alltag entlastet.
Familien, Alleinerziehende und Ältere wohnen jeweils zu mehreren im Stadtdorf. Gegenseitige Hilfe ergibt sich am leichtesten zwischen Menschen in ähnlicher Lebenslage.2
Was sonst jede Wohnung für sich hätte, gibt es einmal für alle. So braucht jede Wohnung weniger eigene Fläche.
Draußen
Drinnen
Mobilität
Ausgangspunkt sind 110 m² für eine Familie mit zwei Kindern. Die übrigen Größen leiten wir nach dem Maß der Tiroler Wohnbeihilfe ab: 50 m² für die erste Person, 20 m² für jede weitere.3
Wird im Stadtdorf eine Wohnung frei, haben Bewohner:innen Vorrang, deren Lebenslage sich geändert hat. Sind die Kinder ausgezogen, übernimmt die nächste Familie die große Wohnung.
Ab einer gewissen Größe funktioniert ein Dorf nicht mehr: Es wird unpersönlich, und am Ende steht wieder eine große Wohnanlage. Und je mehr Beteiligte mitreden, desto komplizierter wird es. Deshalb planen wir mit 15 bis 25 Wohnungen.
Beim Ort sind wir offen
Alle haben ihre eigene Wohnung. Niemand muss allein leben.
Wir wollen weder Bauträger sein noch das Risiko eines Bauprojekts tragen. Jede Aufgabe liegt bei denen, die sie am besten können. In Tirol wäre das Stadtdorf eines der ersten Projekte dieser Art.
Gewinnt Mitbewohner:innen, entwickelt Konzept und Gemeinschaft, plant mit und schlägt vor, wer einzieht.
Entwickelt, finanziert und baut, beantragt die Förderung, vermietet mit einzelnen Mietverträgen und verwaltet langfristig.
Prüft mit uns, wo und unter welchen Bedingungen das Stadtdorf entstehen kann.
Übernimmt die Betreuung im betreuten Wohnen und in den Wohnungen für Menschen mit Behinderung.
Solidarisch finanziert
Unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten sollen niemanden ausschließen. Diese Wege sind in anderen Wohnprojekten erprobt; wie wir sie umsetzen, klären wir mit dem Bauträger.
Entwurf 1.0
Wir haben den Entwurf an einem realen Grundstück durchgerechnet, samt den Abständen zu den Nachbarn. Andere Grundstücke prüfen wir gern; steht ein Ort fest, passen wir die Zahlen an.
Wohnungen, von 50 bis 110 m²
Menschen, vom Baby bis zur Pensionistin
gemeinsame Räume im Haus
Grundstück, je nach Zuschnitt, mehr als die Hälfte davon Garten und Grünflächen
| Haushalte | Wohnungen | Personen | Fläche |
|---|---|---|---|
| Familien mit Kindern | 7 | 28 | 770 m² |
| Alleinerziehende | 5 | 12 | 390 m² |
| Ältere Menschen, betreutes Wohnen, davon 1 bis 2 Wohnungen für Menschen mit Behinderung | 8 | 10 | 440 m² |
| Gemeinsame Räume | 160 m² | ||
| Gesamt | 20 | 50 | 1.760 m² |
Das sind rund 35 m² pro Person, die gemeinsamen Räume eingerechnet.
Kontakt
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Anhang
Vom Mix zur Fläche
7 Familien mit zwei Kindern je 110 m² (770 m²). 5 Alleinerziehende, davon 3 mit einem Kind je 70 m² und 2 mit zwei Kindern je 90 m² (390 m²). 8 Ältere, davon 2 Paare je 70 m² und 6 Alleinstehende je 50 m² (440 m²). Mit 160 m² gemeinsamen Räumen sind das 1.760 m² Nutzfläche für 50 Personen.
Vom Gebäude zum Grundstück
Mit Mauern und Stiegenhaus braucht das Gebäude rund 2.100 m², auf drei Geschoße verteilt rund 700 m² bebaute Fläche. Wie viel Grundstück nötig ist, hängt vom Zuschnitt und von den Abständen zu den Nachbarn ab. Deshalb nennen wir nur eine Untergrenze. Bei 2.000 m² bleiben rund 1.300 m² im Freien, mehr als die Hälfte, für Garten, Grünflächen, Platz zum Toben und Wege. Zu diesen Freiflächen kommen die 160 m² gemeinsamen Räume im Haus.